Geschenkideen, die wir uns nicht ausgedacht haben
Geschenke-Listen entstehen meist gleich: Jemand setzt sich hin und überlegt, was man so schenkt. Wir haben es umgekehrt gemacht — echte Listen genommen, die Menschen für ihre Liebsten geschrieben haben, und vierzig Punkte daraus abgeschrieben, genau wie sie dastehen. Keiner ist von einer Redaktion erfunden: Hinter jedem steht ein Mensch, der das über sich selbst geschrieben hat.
Frag nach der eigenen Idee — genauer als jede Liste
Die vierzig Punkte oben haben fremde Menschen über sich selbst geschrieben. Deine Person schreibt ihre in fünf Minuten, und sie treffen genau, weil sie von ihr kommen. Du schickst die Nachricht selbst, aus deinem eigenen Messenger und unter deinem Namen — wir schreiben niemandem.
Woher diese Ideen stammen
Im Herbst 2026 haben Menschen bei uns Wunschlisten für ein Familienfest zusammengestellt. Wir haben sie vollständig gelesen, Namen entfernt und nur das behalten, was von Hand geschrieben wurde — nicht aus unseren eigenen Vorschlägen ausgewählt. So kamen 102 Formulierungen zusammen; die vierzig aussagekräftigsten stehen unten.
Lies sie nicht als „was kaufen“, sondern als Vorbild für Genauigkeit. Der Unterschied zwischen „Wein“ und „Wein, Pinot Noir“ ist genau der Unterschied zwischen einem höflichen „Danke“ und einem „Woher wusstest du das?“ Auf keinen Punkt aus der zweiten Spalte kommt man von allein — man kann ihn nur lesen.
Dasselbe Wort, ein anderes Geschenk
- Kamera DJI Osmo 3 ComboFür jemanden, der filmt. „Eine Kamera“ aus einer Liste und ein genanntes Modell sind zwei verschiedene Käufe: Beim zweiten ist das Set schon mitbestimmt.
- LaufuhrFür Läuferinnen und Läufer. Eine Smartwatch und eine Laufuhr sind zwei verschiedene Geräte, und wer die zweite braucht, benutzt die erste nicht.
- Rutschfeste YogamatteFür alle, die zuhause üben. Eine rutschige Matte wird nicht aufbewahrt, sondern entsorgt — der Zusatz zählt hier mehr als die Marke.
- Ninja-GrillFür jemanden, der kocht und sich schon für ein Modell entschieden hat. Die genannte Marke erspart einen Abend mit Vergleichsseiten.
- Feine Microplane-ReibeFür jemanden, dessen Küche tägliche Arbeit ist, kein Hobby. Kostet wenig und verändert mehr als die Hälfte der Küchengeräte.
- Geschirrset in GrünFür ein Zuhause, in dem das Geschirr nach Farbe zusammengestellt ist. Ohne dieses Wort landet das Geschenk im Schrank.
- iPad, 11 Zoll, 128 GBGröße und Speicher stehen nicht aus Anspruch da: 13 Zoll passen nicht in die Tasche, 64 GB sind bis zum Frühjahr voll.
- BrotbackformFür jemanden, der backt. Stattdessen wird oft ein Brotbackautomat verschenkt — der dann oben auf dem Schrank steht.
- Gibson-GitarreEin teurer Punkt, extra so geschrieben, dass sich mehrere zusammentun. Die Liste macht genau das möglich: Man sieht, dass der Punkt schon vergeben ist.
- Wein, Pinot NoirNicht „Wein“. Die Rebsorte ist genau der Unterschied, für den man eine Wunschliste überhaupt schreibt.
Alle zehn Punkte stammen aus echten Listen, mit den Zusätzen wie geschrieben.
Ein Hobby, von dem du nur den Namen kennst
- Expressschlingen zum Klettern, sechs StückFür Kletterer. Ein Verbrauchsmaterial, das man das ganze Leben nachkauft, und immer in genau dieser Anzahl.
- Halbrundstichel zum Holzschnitzen, 8 und 12 mmFür jemanden, der schnitzt. Die Zahlen sind die Breite der Rundung — ohne sie ist es der falsche Stichel.
- Shimano-KassettenabzieherFür Radfahrer, die ihr Rad selbst warten. Ein Werkzeug für einen bestimmten Standard, und der Standard ist genannt.
- Mundstück für Tenorsaxofon, 7*Für Saxofonisten. Die Zahl ist die Kammergröße, die man sich über Jahre erarbeitet.
- V60-Filter, Größe 02Für alle, die Kaffee per Handfilter aufbrühen. Geht jeden Monat aus und wird immer zuletzt gekauft.
- Grishko-Spitzenschuhe, Größe 4Für Tänzerinnen. Spitzenschuhe halten nur wenige Wochen, Marke und Größe sind hier keine Marotte.
- Übergriffbänder fürs Racket, drei StückFür Tennisspieler. Drei, weil man sie im Päckchen wechselt, nicht einzeln.
- ChalkbagFür Kletterer oder Turner. Günstig, gebraucht, und wird sich nie selbst gekauft.
- Kopflupe zum LötenFür jemanden, der lötet. Die Augen stoßen früher an ihre Grenze als die Hände.
- Sphagnum-Moos, 200 gFür Pflanzenliebhaber. So ein Verbrauchsmaterial errät man nicht — man kann es nur nachlesen.
Um diese zehn geht es auf dieser ganzen Seite: Erraten kann sie niemand, auch keine Sammlung wie diese.
Ein Erlebnis statt einer Sache: was schenken, wenn schon alles da ist
- Trainingsstunden mit Personal TrainerFür jemanden, der es schon lange vorhatte und immer wieder verschoben hat. Bezahlt, nimmt die Entscheidung ab.
- Jahresabo fürs SchwimmbadEin Geschenk fürs ganze Jahr, nicht für einen Abend. Steht in echten Listen öfter, als man denkt.
- Wellness-Tag im SpaFür alle, bei denen sich Zuhause und Arbeit nicht trennen. Der Wert liegt hier in der Zeit, nicht in der Anwendung.
- MassageEin günstiges Erlebnis, das sich fast niemand selbst gönnt.
- Eine WandertourEin gemeinsames Geschenk: Geschenkt wird Zeit, kein Gegenstand. Funktioniert dort, wo für Dinge kein Platz mehr ist.
- StadtführungIn der eigenen Stadt. Günstiger als eine Reise und bleibt eher in Erinnerung als noch eine Tasse.
- TheaterkartenZwei Karten, damit die Person mitnehmen kann, wen sie möchte. Eine einzelne Karte ist eine Aufgabe, kein Geschenk.
- KonzertkartenFunktioniert nur, wenn du weißt, wen die Person hört. Weißt du es nicht, ist genau das der Grund zu fragen.
- Ein WorkshopTöpfern, Kochen, Tischlern. Ein guter Griff für alle, die „nichts brauchen“.
- Flugticket nach RomEin großer Punkt, geschrieben in der Hoffnung, dass sich mehrere beteiligen. In der Liste sieht man, dass er schon vergeben ist.
„Kein Gegenstand“ ist einer der häufigsten Punkte in echten Listen. Keine Ausrede, sondern eine ehrliche Antwort auf „die Person hat doch schon alles“.
Alltägliches, das ganz ernst gewünscht wird
- LinoleumEin Punkt, über den man streiten kann, aber echt: Die Person hat renoviert. Linoleum verschenkt niemand aus dem Bauch heraus.
- TeppichEine größere Anschaffung, die man jahrelang aufschiebt. Meist von mehreren gemeinsam geschenkt.
- TischdeckeEine dieser Sachen, die man sich „irgendwann“ kauft. Ein Fest ist genau dieses Irgendwann.
- PfanneEine gute, einmal, für Jahre. Sich selbst kauft man die billige und ärgert sich später.
- HeißluftfritteuseFür alle, die schnell kochen. In echten Listen steht sie neben Grill und Sandwichmaker.
- GewürzsetEin Verbrauchsmaterial für jemanden, der wirklich kocht, nicht „für die Gemütlichkeit“.
- Guter TeeDer Fall, in dem „naheliegend“ und „genau richtig“ dasselbe sind: Tee geht aus.
- SockenJa, Socken. In echten Listen stehen sie — nur schreibt man sie sich selbst, statt sie ungefragt zu bekommen.
- Schuhwärmer, zehn PaarFür alle, die im Winter viel draußen unterwegs sind oder beruflich draußen stehen.
- Ersatzfilter für den TrinkbrunnenFür Katzen- oder Hundebesitzer. Ein Verbrauchsmaterial, das alle vergessen außer der Halterin oder dem Halter.
Was alle vier Gruppen verbindet: Solche Dinge schenkt niemand aus dem Bauch heraus. Man kann sie nur nachlesen.
So nutzt du diese Liste
- 1
Kopier keinen Punkt eins zu eins„Grishko-Spitzenschuhe, Größe 4“ ist eine fremde Größe. Kopiert werden sollte die Form des Eintrags, nicht der Inhalt.
- 2
Such die Kategorie, nicht das DingVerbrauchsmaterial fürs Hobby, ein genaues Modell, ein Erlebnis, etwas Alltägliches — vier Türen. Danach setzt du deine Person ein.
- 3
Frag nach, wo keine Tür aufgehtGeht keine der vier Türen auf, steckt der richtige Punkt nicht im Kopf und wird auch nicht auftauchen. Das ist normal, kein Scheitern.
- 4
Nenn ein BudgetOhne Rahmen ist die Person entweder zurückhaltend oder wünscht sich Unmögliches. Mit Rahmen antwortet sie zielgerichtet.
Häufige Fragen
Die Liste ist kostenlos — für dich und für alle, denen du sie schickst.
Woher stammen diese vierzig Ideen?
Aus Wunschlisten, die Menschen im Herbst 2026 bei uns für ein Familienfest geschrieben haben. Namen und alles Persönliche wurden entfernt, die Formulierungen blieben, wie sie waren. Die volle Auswahl umfasst 102 handgeschriebene Punkte.
Was schenkt man, wenn jemand sagt, er braucht nichts?
Schau in die Gruppe „Erlebnis statt Sache“ oder frag direkt nach. „Ich brauche nichts“ heißt fast immer „mir ist es unangenehm zu fragen“, nicht Wunschlosigkeit: Genau solche Menschen füllen fünf bis sechs Zeilen, sobald es eine Liste gibt.
Welche Idee passt, wenn ich die Person kaum kenne?
Eine universelle — und das ist der einzige Fall, in dem sie passt. Bei Kolleginnen und Kollegen beim Wichteln schlagen Tee, Kerze oder Schokolade jeden Fehlgriff in ein unbekanntes Hobby. Bei nahestehenden Menschen ist es umgekehrt.
Verrate ich die Überraschung, wenn ich frage?
Nein. Die Person schreibt mehrere Punkte, du wählst einen aus und markierst ihn. Die Markierung sehen andere Schenkende, aber nicht die Person, der die Liste gehört: Sie weiß weder, was du genommen hast, noch, dass überhaupt etwas vergeben ist.
Kostet das etwas?
Die Liste ist kostenlos — für die Person, die sie erstellt, und für alle, denen sie geschickt wird. Zum Start ist keine Anmeldung nötig.
Vierzig fremde Ideen — und eine eigene
Eine Wunschliste klärt die Frage in beide Richtungen: Du hörst auf, bei anderen zu raten, und andere hören auf, bei dir zu raten. Fünf Punkte, ein Link im Chat, eine feste Adresse — das ganze Jahr über ergänzbar.